Das Leaky-Gut-Syndrom

Das Thema Leaky-Gut-Syndrom liegt mir ganz besonders am Herzen, da ich selbst davon betroffen bin. Als mein Psycho-Neuro-Immunologe bei einem Coaching meinte, dass die Ursache für meine Frühblüher-Allergie (Birke, Erle, Esche) auf dieses Syndrom zurückzuführen sein könnte, habe ich begonnen mich intensiver mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.

Was ich dabei herausgefunden habe und wie man dagegen vorgehen kann, erfährst du in diesem Artikel.

Leaky-Gut – Was ist das überhaupt?

Leaky-Gut bedeutet zu Deutsch „leckender Darm“. Der Name der Krankheit beschreibt also schon auf perfekte Art und Weise, worum es sich hierbei handelt.

Durch eine jahrelange darmunfreundliche Ernährung und/oder Stress bzw. Antibiotika, kann der Darm bzw. die Darmschleimhaut löchrig werden (sehr vereinfacht dargestellt). So können schädliche Stoffe/Partikel, die normalerweise einfach ausgeschieden werden, über diese Löcher direkt in die Blutbahn gelangen. Wie du dir vielleicht schon denken kannst, ist das alles andere als vorteilhaft, da sie dort nichts verloren haben.

Die Folgen des Leaky-Gut-Syndroms

Wenn Partikel ungehindert über das Blut in die Zellen gelangen, kann dies zur Folge haben, dass sich der Körper dagegen wehrt, auch wenn diese Partikel gar nicht „böse“ sind. Dies macht der Körper, indem er Antikörper gegen die jeweiligen „Bedrohungen“ (z.B. Eiweißpartikel) ausbildet.

Auch Allergien können ihre Ursache in einem löchrigen Darm haben. Ein Leaky-Gut kann nämlich unser Immunsystem schwächen und ist oft die Folge einer beschädigten Darmschleimhaut, welche normalerweise Allergene abwehrt. Wenn zum Beispiel kleinste Partikel von Tierhaaren (über Lippen und Speichel aufgenommen) durch die Löcher im Darm in den Blutkreislauf gelangen, kann der Körper auch dagegen Antikörper produzieren. Die Folge wäre eine Tierhaarallergie.

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (z.B. Fructose-Intoleranz), Hautprobleme (z.B. Neurodermitis) oder Autoimmunerkrankungen (z.B. Diabetes Typ 1) können ebenso auf das Leaky-Gut-Syndrom zurückgeführt werden.

Man sieht schon wie weitläufig die ganze Thematik ist.

Woher weiß man, ob man davon betroffen ist?

Über eine Stuhlanalyse kannst du die Zusammensetzung deiner Darmflora bzw. Entzündungsparameter im Darm analysieren lassen. Sprich am besten mit deinem Arzt oder Therapeuten darüber.

Was kann man dagegen tun?

Am besten kann man den Darm hierfür mit der eigenen Wohnung vergleichen. Wenn man überall Sachen herumliegen lässt, nie aufräumt und ständig in Hektik ist, wird es irgendwann verdammt unbequem. Räumt man aber stattdessen immer brav auf und sorgt für eine gemütliche und stressfreie Atmosphäre, freut sich auch der Besuch auf ein Wiedersehen. Genauso sollte man auch seinen Darm behandeln. Man muss ihn sauber und stressfrei halten.

Eine darmfreundliche Ernährung ist, wie so oft, das Um und Auf beim Bekämpfen des Leaky-Gut-Syndroms. Aber auch Dauerstress kann sich negativ auf den Darm auswirken und sollte daher vermieden werden.

Die zusätzliche Einnahme von Probiotika kann hier ebenso unterstützend wirken. Im Gegenzug zu den bekannten Antibiotika, die darauf ausgerichtet sind Bakterien zu vernichten, bauen Probiotika nämlich die Darmflora wieder auf und unterstützen die nützlichen Darmbakterien bei ihrer Arbeit.

Da ca. 80% unserer Immunzellen im Darm zuhause sind, wird durch diese Maßnahmen nicht nur der Darm sondern unser gesamtes Immunsystem sowie unsere Schleimhäute (Nase, Lunge und Darm) gestärkt.

Es kann gar nicht oft genug erwähnt werden, welch entscheidende Rolle der Darm bei der allgemeinen Gesundheit spielt. Nicht ohne Grund habe ich diese Plattform ins Leben gerufen und ein ganzes Buch zum Thema Darmgesundheit veröffentlicht.

By | 2019-04-14T15:11:46+00:00 April 14th, 2019|Gesundheit|0 Comments

About the Author:

Bernhard Brendinger ist der Gründer von "Darm dich schlank" und beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema Ernährung, Sport und Darmgesundheit. Aktuell studiert er an der Akademie der Naturheilkunde und macht die Ausbildung zum Fachberater für holistische Gesundheit.

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